25 Jahre Tschernobyl - Leben mit einer Tragödie

Kino City 46 zeigt Filme von Rüdiger Lubricht, Rainer Ludwigs und Tetyana Chernyavska


In zwei Wochen jährt sich zum 26. Mal die Katastrophe von Tschernobyl. Das letzte Jahr hat auf tragische Weise gezeigt, dass dieses Thema auch heute noch brandaktuell ist und noch lange bleiben wird, denn die Folgen beider Katastrophen, Tschernobyl und Fukushima, werden auch das Leben weiterer Generationen beeinträchtigen.

Das kommunale Kino City 46 in Bremen zeigt am Mittwoch am 18. April um 20:30 Uhr in einer offiziellen Bremen-Premiere in seiner Reihe "Crazy World" zwei preisgekrönte Filme, die auf sehr unterschiedliche Weise die Folgen der Katastrophe von Tschernobyl dokumentieren.

"25 Jahre Tschernobyl - Leben mit einer Tragödie" von Rüdiger Lubricht und Rainer Ludwigs dokumentiert die Arbeit der niedersächsischen Landesstiftung "Kinder von Tschernobyl". In diesem Film werden die medizinischen Langzeit-Folgen des nuklearen Unglücks thematisiert. Die Ärzte der Stiftung halten ehrenamtlich Fortbildungsseminare in Weißrussland und der Ukraine ab, leisten Hilfe mit medizinischem Gerät und können sich von den gesundheitlichen Problemen der zweiten Generation vor Ort überzeugen. Es wird deutlich: Auch 25 Jahre nach der Katastrophe ist das Leiden nicht vorüber. Der Film wurde 2011 bei den Corporate Media & TV Awards in Cannes mit einem silbernen Delphin ausgezeichnet.

Der zweite Film "Leonids Geschichte" von Rainer Ludwigs und Tetyana Chernyavska erzählt auf ungewöhnliche Weise die Geschichte der Katastrophe selbst. Leonid Korzh wuchs in einem Dorf, drei Kilometer vom Atomreaktor Tschernobyl auf. Die Collage von Zeichentrick, Originalaufnahmen der Katastrophe und real gedrehten Interviews beschreibt das tragische Schicksal seiner Familie. Erst im weit entfernten Sibirien und dann während der Katastrophe in direkter Nähe des Reaktors.

Auf der Suche nach dem Paradies seiner Kindheit gerät Leonid in die unmittelbare Strahlenhölle der nuklearen Katastrophe. Der Film eröffnete im letzten Jahr das Dokfest München, lief auf vielen internationalen Festivals und hat dabei mehrere erste Preise gewonnen: Beste Kurzdokumentation - Internationales Filmfestival Melbourne, Bester Kurzfilm - Green Filmfestival Seoul, Großer Preis der Filmwerkstatt - Filmfestival Münster, Children World Vision Award - Environmental Filmfestival Tokyo.

Die Bremen-Premiere der beiden Filme findet am Mittwoch, 18. April 2012 um 20:30 Uhr im Kino City 46 in der Birkenstraße 1 in direkter Nähe zum Bremer Hauptbahnhof statt.

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25 Jahre Tschernobyl - Leben mit einer Tragödie
"Leonids Geschichte" Eine animierte Erinnerung zum 25. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe